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Das Albert-Hammond-Duell

Die zmitz-Blogger Dominique Niklaus und Marcel Frey haben sich im Parktheater Grenchen Albert Hammond angehört. Nicht alle habens so ganz aus freien Stücken gemacht. Die wurden dann auch gleich Lügen gestraft. Wer Albert Hammond ist und wie's war:

 

 

Hammond? In Grenchen?

Dominique Niklaus

Keine Chance für Florian Ast!

Marcel Frey

Das war mal wieder so ein Abend. Kein Bock rauszugehen, und dann erst noch nach Grenchen. Wer geht denn bitteschön schon nach Grenchen ein Konzert schauen?! Und dann erst noch von jemanden, von dem man keine Ahnung hat. Albert Hammond. Noch nie gehört. «Der hat nur Hits» raunt Marcel. Tjaha, von dem habe ich zumindest weder‘ne Hipster-Kassette, noch eine CD noch eine MP3-File. Dachte ich zumindest.

Nur widerwillig also folge ich Marcel ins Parktheater. Meiner Stimmung nicht wirklich zuträglich mussten wir noch einen Parkplatz suchen. In Grenchen. So was aber auch. Etliche Leute pilgern schon zum Parktheater. Mir dämmert, dass mein Kulturpessimismus an diesem Abend nicht wirklich angebracht ist. Überaus freundlich werden wir im Parktheater empfangen, die neuen Betreiber stehen selbst an der Kasse, begrüssen die Gäste, als wären sie alle persönlich eingeladen. Das Foyer des Theaters ist mit Stehtischen und Kerzenleuchter ausgestattet, und an der Bar kann man sich an appetitlichen Apérohäppchen bedienen. Unglaublich. Der Saal ist fast voll, ein bunt gemischtes Publikum, wenige Junge und etwas mehr Graumelierte teilen sich die Sitzbänke.

Und dann kommt der Star des Abends, Albert Hammond mit seiner Band auf die Bühne. Und nein, nach wie vor schleicht sich bei mir kein Aha-Effekt ein. Den 71-jährigen Briten habe ich noch nie gesehen. Sportlich, lange dunkle Haare, rote Lederjacke, Doc Martens und ein Dauerlächeln auf den Lippen, der Typ ist durchaus sympathisch. Und schon beim ersten Lied «Everything I Want to Do» singt und klatscht das Publikum fröhlich mit. Es sind tatsächlich nur Hits, die Hammond an diesem Abend kredenzt. Nur, die meisten Lieder hat er für andere Musiker geschrieben, deshalb ist er selber weniger bekannt als seine Lieder. Johnny Cash, Tina Turner, Diana Ross, Joe Cocker oder gar Julio Iglesias konnten mit Hammonds Schreibe Hits in den Charts platzieren. Und doch, ich habe Tonträger mit Hammonds Handschrift im Regal stehen: «Nothing's Gonna Stop Us Now» von «Starship» und «Don’t turn around» von «Ace of Base». Nach zwei Stunden gipfelt das grossartige Konzert zum Abschluss noch mit einem eigenen Hit: «It Never Rains in Southern California».

Ich werde mich ganz schwer hüten beim nächsten Mal mit einer vorgefassten Meinung in ein Konzert zu gehen. Und nach Grenchen ins Parktheater gehe ich sicher auch wieder. Selten so einen sympathischen Veranstaltungsort gesehen.


 

Als ich sah das Albert Hammond im Parktheater Grenchen spielen würde, war für mich klar, dass ich ihn sehen wollte. Dafür musste halt der «zmitz»-Bericht über das gleichzeitig stattfindende Florian Ast-Konzert über die Klinge springen. Sorry Flöru, weil eigentlich hast du ja einen engen Bezug zu Solothurn, hast du doch deine Lehre hier gemacht.

Aber Albert hat Hits aus fünf Jahrzenten im Gepäck. Etwas missmutig willigte Dominique ein, kannte sie weder ihn noch seine Songs. Am Eingang wurden wir freundlich empfangen und konnten sogar unsere Plätze aussuchen, natürlich wählten wir die noch besten verbliebenen in der zweiten Reihe.

Albert machte es clever, erzählte die Stories hinter seinen Hits und sorgte damit immer wieder für Lacher. Wer sonst kann schon erzählen, dass er von Johnny Cash das Angebot erhalten hat, bei ihm wohnen zu dürfen und er sogar für ihn kochen würde, wenn er ihm dafür einen Song schrieb? Mit einem Lächeln schob er dann nach, das er in dieser Woche beim Man in Black, nur «Chilli con Carne» ass, da dies das einzige Gericht war, das Johnny überhaupt kochen konnte.

Musikalisch überzeugte Hammond auf ganzer Linie auch wenn mir das eine oder andere Liedgut zu nah am Schlager war. So zum Beispiel «To All the Girls I’ve Loved Before», ein Lied das er eigentlich für Engelbert Humperdick schrieb, danach Tom Jones gab und schliesslich erst von Julio Iglesias zum Hit wurde. Aber sonst? Zeigt mir jemanden, der zwei A4-Seiten für seine Setlist benötigt, damit er alle seine Hits unterbringen kann. – Eben!

Zu hoffen bleibt, dass sein Sohn auch wieder so ein entspanntes Verhältnis zu seiner Band «The Strokes» kriegt, wie der Vater zu seinen Mitmusikern, damit auch diese wieder auf Tour gehen. Denn ich möchte gerne Mal Albert Hammond jr. als Gitarristen live sehen um dann den direkten Vergleich zwischen diesen zwei Ausnahmekünstlern machen zu können. 

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