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Goalie-Duell

Ein Film, zwei Ansichten.

 

 Heimspüu

Lucilia Mendes von Däniken

 Zuhause verloren

Fabian Gressly

E Pedro Lenz Füum muess me fasch Mundart kommentiere. Haut nid Bärndütsch, aber das bringi eh nie so schön z Stang wie dr Pedro.
Bi auso «Der Goalie bin ig» go luege. Ha s Buech nid kennt und au s Theaterstück nid gseh. Aber dr Pedro scho es paar Mou live uf dr Bühni gseh Gschichte vorläse – oder eher vorträge. Es Unikum, definitiv. Stoht dört, macht ke grossi Show (wobi… ok… gross isch är!) und schaffts glych, dass me eigetlech vor erschte Sekunde aa muess grinse.
Dr Füum sig nid nur liechti Choscht, hani ghört gha. Stimmt, isches nid. Aber so isch dr Pedro jo: Gschichte usem Läbe, knackigi Sprüch und eigetlech unspektakuläri Figure.
Är het mr gfaue, dr Füum. Me het dr Pedro nid nur gseh im Füum – inere chlyne Roue – nei, me het ne vorauem guet ghört. I de Dialoge isch syni Sproch guet übere cho. D Roue sy super bsetzt gsi. S sig nid eifach gsi, Langetau und d Figure id 80er-Johr zrügg z versetze, het d Regissörin vorem Füum z brichte gwüsst. Leider het sie ou usem Näichäschtli plauderet und verzöut, dass d Szenene in Spanie gar nid z Spanie dräiht worde sigie Das het mi chly abglänkt im Füum.
Süsch aber, isch ere die Zytverschiebig guet glunge. Und «Der Goalie bin ig» het gluscht uf me Pedro-Lenz-Gschichte gmacht. Wobi, s muess gar nid sy, dass i die nöchschti imene Füum gniesse. Und Buech läse, isch irgendwie aube ou nid so prickelnd. Aber ihn wieder uf dr Bühni gseh, beobachte, wen är hiistoht, dr Chopf schräg stöut und sech d Strähne usem Gsicht striicht – uf das freui mi!
Klar, auf den ersten Blick! Auch wenn der Ort im Film «Der Goalie bin ig» Schummertal genannt wird, ist Langenthal sofort erkennbar. Wer ein Weilchen dort für eine Tagezeitung gearbeitet hat, Zeit in den Beizen verbrachte und die Leute etwas kennt, erkennt die Stadt, die gezeichnet wird. Die Stadt, die sehr lange die nachweislich durchschnittlichste der Schweiz war (jetzt ist das übrigens Zofingen). Die Stadt, deren Bewohner sie noch immer als Dorf bezeichnen. Ja, die Stadt Langenthal ist ein Dorf – irgendwo und irgendwie verloren.
Verloren. Das sind auch die Charaktere des Films. Egal wo sie sind. Sehr gut und packend gespielt, schön erzählt, wenn auch etwas zu wenig im Oberaargauer Dialekt (den mir meine Mutter mitgegeben hat, weshalb ich diese Nuance überhaupt zu erwähnen wage). Aber wer sagt schon, dass dieser Ort im Oberaargau ist? Schummertal könnte überall in der Schweiz sein; überall genau gleich verloren.
Der Film von Sabine Boss nach dem Buch des Schummer... – Langenthalers Pedro Lenz ist schön in die 80er-Jahre zurück versetzt. Die 92 Minuten im Kinosessel kommen einer Zeitreise gleich. Kunststück, Gerald Damovsky ist ein ausgezeichneter Mann seines Fachs. Schade, sind ihm mit den modernen Abfallsäcken und vermutlich auch mit dem Renault-Kastenwagen bei Goalies Job und mit der Lampe auf Budis Telefontischchen ein paar Unstimmigkeiten unterlaufen. Sie tun dem Film aber keinen Abbruch. Liest man sie richtig, betonen sogar die Verlorenheit in Zeit und Raum.
Ob der Goalie am Schluss «den Rank findet». Ob er mit Regi zusammenkommt. Wie viele seiner Gefährten auf der Strecke bleiben. Wie gut oder böse Polizist Gross (ein Wiedersehen mit «Fascht e Familie»’s tunichtgutem Sohn) ist. All das spielt am Ende irgendwie keine Rolle. Es gibt überall diese Geschichte vom Goalie. In vielen Varianten. Mit Enden, die uns zusagen.
Zwei Fragen blieben auf dem Heimweg aus dem «Canva»: Ist Michael Neuenschwander wirklich so unsympathisch, wie er hier als Wirt, in «Zwerge sprengen» oder in «Nachbeben» wirkt? Und wäre Patent Ochsner nicht die bessere Band gewesen für den Titelsong?

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