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Überraschungen in Aarau

«MelodyAarau» hat unsere Bloggerin Lucilia Mendes von Däniken nach Aarau in die Alte Reithalle gelockt. Ein kleines, sehr feines Festival, welches, wenn alles gut geht, 2021 wieder am selben Ort stattfinden soll.

Sie ist ein stolze alte Dame, die Alte Reithalle im Zentrum Aaraus. Bis vor kurzem wusste ich gar nicht, dass sie existiert. Bis vor kurzem war für mich Aarau  kulturelles Niemandsland. Im vergangenen Jahr war ich erstmals im KiFF. Vor wenigen Wochen besuchte ich die Ausstellung «Blumen für die Kunst» – und war hell begeistert.

Und nun lockte mich gestern «MelodyAarau». Am Nachmittag stand ein Familienkonzert mit «Marius und die Jagdkapelle» statt. Eine der Schweizer Bands, die Musik für Kinder macht, welche tatsächlich nicht nur den Kids, sondern auch den Erwachsenen so richtig Spass macht. Marius und seine Jägerbande lockt uns also in die Alte Reithalle. Und wir staunten: Die Halle mit ihrem holzigen Dachstock und den hohen (zwar verdunkelten) Fenstern ist ein Ort, wo man sich von der ersten Sekunde an heimelig fühlt. Das Konzert erfüllte die Erwartungen: Etwas mehr als 60 Minuten Spass, coole Texte und Sound, der nicht nur den Kleinen, sondern oft tatsächlich den Grossen noch mehr in die Beine geht. 

Danach hiess es fast vier Stunden überbrücken, bis zum Abendkonzert, auf welches ich mich schon ganz gewaltig freute: Fado, vorgetragen von der bekannten «Fadista» Carminho, begleitet durch Argovia Philharmonic. Beim Spaziergang durch die Strassen der Aarauer Altstadt staunte ich ob der hübschen Läden, viele kleine Beizli luden zum Halt ein, die verwinkelten Gassen rund um die Stadtmauer überraschten mich. Und meine kleinen Begleiter kommentierten den Stadtbach mit «Fasch wie in Freiburg (D)». Hat was. Znacht gab es dann bei «Liz und Chrege». Ein Geheimtipp!

Frisch gestärkt machte ich mich zurück in die Reithalle. Diesmal alleine. Klar, das Publikum präsentierte sich ganz anders. Und im Teil, wo am Nachmittag das Konzert stattgefunden hatte, stand man jetzt an Tischchen, nippte an einem Glas Wein und bewunderte wiederum die hübsche Halle. Das Konzert fand im hinteren Teil der Halle statt. Da die Bühne an der Längsseite der Halle aufgestellt war, verteilte sich das Publikum auf drei Seiten der Bühne. Dies bildete einen intimen Rahmen, was für ein Fadokonzert förderlich ist. Eröffnet wurde das Konzert durch ein rund halbstündiges Set, welches alleine durch Argovia Philharmonic bestritten wurde. Eine schöne Einstimmung auf das, was nach der Pause folgte - und trotzdem etwas kribbelig machend, da man sich auf Orchester UND Fado eingestellt hatte. 

Nach der Pause stand sie dann auf der Bühne: Carminho, zusammen mit ihren Mitmusikern, den drei Männern an den typischen Gitarren. Dahinter das Orchester, welches trotz seiner Grösse durch die Präsenz von Carminho - und auch dank der sehr launigen und einfühlsamen Leitung durch Douglas Bostock - in den Hintergrund rückte. Das Zusammenspiel, welches eigens für diese Aufführung einstudiert worden war, funktionierte, faszinierte und beeindruckte. Der Wechsel zwischen Orchester, Gitarristen und Fado-Gesang stimmte hervorragend. Manchmal konnte man den Fado in seiner pursten, schwermütigen Form geniessen, um sich dann von den Streichern und Bläsern des Orchesters von einer Leichtigkeit umgarnen zu lassen, die man sonst vom Fado weniger kennt. Es passte!

«MelodyAarau»: Du hast mich überzeugt. Und so ist zu hoffen, dass die Abstimmung, welche am 10. Juni über das Schicksal der alten Dame, resp. der Alten Reithalle entscheiden wird, so ausfällt, dass dieses Festival nicht schon anlässlich der zweiten Austragung ein neues Zuhause suchen muss. 

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