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Bänz Friedli: meisterhaft

zmitz-Blogger Ruedi Stuber hat sich vergangene Woche in der Kulturfabrik Kofmehl angeschaut - und angehört -, wie Bänz Friedli Zeit gewinnt. Und er kam zur Erkenntnis, dass der Kabarettist das meisterlich kann.

Dass er neben Pedro Lenz und Kuno Lauener zu jenen Bühnenfiguren gehört, die 32 Jahre lang stockstur ihre YB-Treue behalten haben, ist bekannt. Kaum jemand, der den YB-Gläubigen nicht gönnt, dass sie ihrer Freude jetzt auch richtig huldigen. Und Bänz Friedli öffnet – wer hätte es anders erwartet? – sein Hemd und bekennt Farbe: Gelb!

Daneben thematisiert er in beispielloser Vielfalt, was in unserer Gesellschaft schief liegt: Er demontiert und dokumentiert die peinliche Informationspolitik bezüglich Sicherheit der AKWs, als sie noch neu waren: Nach einem Unfall im Niederamt Kühe mit Wasser abspritzen. Voilà tout. So einfach ging das damals. Er vergleicht dann kurz mit Fukushima.

Er imitiert den Slang der Jungen, Dialekte reihenweise, blasierte Manager, Kindersprüche. Alles in einem Affenzahn. Für einen Berner äusserst hektisch (wäre er nicht nach Zürich  gezogen, diese Karriere hätte er nie geschafft!). Er schildert seine bitteren Polit-Erfahrungen als Jung-Gemeinderat, der schonungslos gedemütigt wird.

Seinen Kaffee bestellt Bänz heute per App im Kartonbecher, damit er bei seiner Ankunft nicht darauf warten muss. Das ist eigentlich das Grundthema des Abends: Wir tun alles um Zeit zu sparen. Und das stresst uns bis an die Grenzen. «Ke Witz! Bänz Friedli gewinnt Zeit».

Friedlis Themen sind geerdet. Er ist kein Nonsense-Plauderi, obwohl er punkto Sprachkadenz mit dieser Kategorie spielend mithalten kann. Was die Inhalte angeht, hat Friedli aber viel mehr Tiefgang. Das beweist, dass er auch ein guter Beobachter und Zuhörer sein muss. Seine Umwelt nimmt er mit kritischem Blick wahr und kommentiert eloquent und hemmungslos.

Der Anlass in der Kulturfabrik Kofmehl war in der Raumbar angesagt. Auf Grund der vielen Reservationen fand er aber in der grossen Halle statt, die einmal mehr zur Kulisse für eine Kleinkunstperle wurde.

Bänz Friedli ist im Rahmen der Literaturtage vom 7. - 13. Mai rund zehnmal (!) zu hören und auf SRF-2 spielt ihm Röbi Koller aus der «Cantina del Vino» um 12.35 h Musik für einen Gast.

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