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zmitz güxlet ine: Stadtführerin Marie-Christine Egger

Im November erhält die Solothurner Stadtführerin Marie-Christine Egger den Solothurner Heimatschutzpreis. Wir haben die Preisträgerin besucht und ihr auf den Zahn gefühlt.

Wobei stören wir Sie gerade? Woran arbeiten Sie in diesem Moment?
Sie werden recht atemlos sein, wenn Sie «hereinplatzen», denn ich lebe im dritten Stock eines Patrizierhauses, Dienstbotenwohnung. Wie so oft sitze ich gerade am Laptop. Leider verbringe ich sehr viel mehr Zeit am PC als hinter den geliebten Büchern. Offerten und Bestätigungen, Rechnungen oder Quittungen müssen geschrieben werden. Dann verfasse ich auch Auftritte, Vorträge und andere Texte am PC.

Man kennt Sie, wenn sie als Stadtführerin in den Gassen unterwegs sind. Doch was gehört eigentlich alles sonst noch zu Ihrer Arbeit?
Neben den schriftlichen Arbeiten gehört das Lesen und Recherchieren dazu. Das mache ich viel lieber als Büroarbeit. Oft treffe ich mich auch mit den Gästen, um einen Anlass im Detail zu besprechen. Ferner müssen meine strapazierten Kostüme in Stande gehalten werden.
Sonntags plane ich jeweils die Führungen der kommenden Woche: ich arbeite Routen mit Sitzgelegenheiten und wenn nötig ein Schlechtwetterprogramm aus. Dazu kommt: Mitbringsel und Requisiten bereitlegen, Beizlis reservieren, Schlüssel organisieren, Instrumente üben, Musik und Apéros vorbereiten… dies gemäss meinem Grundsatz: Solothurn mit allen Sinnen erleben!
Für jede Führung oder jedes Essen wird eine Tasche gepackt.

Während der vergangenen 6 Jahre habe ich zusammen mit einer Kollegin die Fortbildung der Schweizerischen Stadtführer und Reiseleiter geplant und durchgeführt. Das bedeutete sehr viel zusätzliche Schreibarbeit.

Und was davon machen Sie am liebsten?
Die Führungen sind jeweils das Dessert! Bereichernd sind die Kontakte im In- und Ausland, die ich auch pflege. 

…und was weniger gern?
Büroarbeit

Wie viel Aufwand steckt hinter jeder Ihrer Führungen? Sie müssen ja historische Fakten recherchieren, Geschichten finden und entwickeln – ganz zu schweigen von den Kostümen…
Die Führungen sind gewachsen. Es ist ein Ausprobieren welche Pointe gut aufgenommen wird und wann die Aufmerksamkeit zu erlahmen droht. Eine «runde» Führung ist ein Werk von mehreren Jahren. Die Führungen sind nie fertig, ich schleife dauernd an Details und lerne auch immer Neues dazu. Genauso so erweitere ich fortlaufend meine Requisiten. Meine neuste Eroberung ist ein Floh-Ei, das ich mit Hilfe einer deutschen Kollegin erwerben konnte!

Haben Sie eigentlich Unterstützung?
Bei meiner Arbeit lerne ich viele Künstler kennen. Musiker, Tänzer oder auch andere Helfer kann ich bei Bedarf beiziehen. Liebe Historiker-Freunde helfen mir bei Fachfragen.
Jährlich besuche ich zwei Wochenkurse in historischem Tanz. Zur Sprechausbildung habe ich mit Tanja Baumberger eine hervorragende Lehrerin gefunden. Bei Werbung und Buchhaltung helfen mir Fachleute.

Welche Führung würden Sie noch gern machen?
Ich habe tausend Ideen, werde diese aber noch nicht verraten.

Jetzt kriegen Sie den Heimatschutzpreis. Mutet das nicht etwas eigenartig an? Ich meine: In einer Reihe mit Bauwerken und Organisationen zu stehen...? Sie sind ja quasi hiermit ein Solothurner Monument
Meine Fasnächtler-Freunde haben mich bereits gefragt, wann ich nun meine Fassade restaurieren lasse!
IEin grosses Kompliment wäre es, wenn eine meiner Figuren zum Solothurner Monument würde. Madame de Coin, die etwas versnobte Barockdame, die gewitzte Marie Marketenderin, das mittelalterliche edele vrouwenzimmer, s’Mönsch, das schlitzohrige Bettelweib, die naive Magd Marie, der immer leicht betrunkene Nachtwächter

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