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Ein schriftstellerisches Perlencollier

Mit «No einisch uf d Maledive» ist vor kurzem das siebte Buch von Ernst Burren im Cosmos-Verlag erschienen. zmitz-Blogger Ruedi Stuber hat das Buch gelesen.

Wenn man sich auf Wikipedia informiert, erfährt man, dass Ernst Burren 26 Bücher geschrieben hat und mit 15 Preisen ausgezeichnet worden ist. Seit der Jahrtausendwende erscheinen Burrens Bücher im Zweijahresrhythmus, - immer in geraden Jahren.

Das tönt nach ironischer Zahlenmeierei. Aber Achtung: Auch das neuste Werk «No einisch uf d Maledive» ist ein richtiges Perlencollier: Perle reiht sich an Perle. Wer nur schon die Titel liest, kommt ins Schmunzeln: «Chaubsläbere und Fischfilee» oder «D Salami uf em Bärg». Rund 50 kurze Texte enthält das Buch.

Und ich höre innerlich, wie Burren seine Texte vorliest, monoton und ernst, wie es halt sein Vorname schon verheisst. Scheinbar unberührt liest er, auch wenn das Publikum in schallendes Gelächter ausbricht. Hin und wieder hinterlässt das Lachen Beklemmung. Burren spielt gekonnt mit den Gefühlen seines Publikums.

Die Geschichten handeln von Alltagserlebnissen und Ängsten einfacher Leute, die versuchen Erlebtes auf ihre Art zu deuten und zu verarbeiten. Sie tun das gelegentlich unbeholfen und das verleiht den Texten skurrile Überraschungsmomente.  

Burren, der seine 100-jährige Mutter pflegt und im November seinen 70. feiert, schreibt immer wieder über Alter und Tod. In «Schiffsschrube» fühlt sich Luzia getröstet, dass das Metallimplantat in ihrem Rücken nach dem Tod wohl in einer Schiffsschraube wiederverwendet wird. Und im «Problem mit em Öuterwärde» verarbeiten drei Männer ihre Eindrücke vor dem Spiegel auf ganz unterschiedliche Art.

Wer jetzt annimmt, das seien nichts als Geschichten für alte Leute, liegt falsch.

Renaissance feiern im Maledive-Buch die Gedichte; eine Form, die Burren in den letzten zwei Jahrzehnten auf Kosten seiner Stärke – der inneren Monologe – etwas vernachlässigt hat.

Es ist das siebte Buch, das Ernst Burren im Cosmos-Verlag veröffentlicht. Cosmos hat das Verdienst und Privileg, die Geschichten des Mundartautors aus Oberdorf auf dem Höhepunkt seiner Erzählkunst zu verbreiten.

erfahre

s’isch scho guet
wenn vüu erfahrig hesch

aber mängisch erfahrsch
dass trotz auer erfahrig
gliich nid masch gfahre

wärs ächt vilecht besser
me würdis mängisch
eifach lo fahre

 

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