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Grunge-Verdacht

Blogger Marcel Frey hat sich die neue Scheibe von «Amanz Gressly» angehört. Musikalisch findet er die CD ansprechend, es gibt jedoch ein Aber!

Schon die Rückseite der neuen CD der Solothurner Band Amanz Gressly erinnert mich unweigerlich an die Anfangstage der Grungebewegung. Ein Foto in schwarz-weiss, geschossen während eines Live-Konzertes, zeigt eine Gitarre und Verstärker. Ich krame also das Buch «Screaming Life» aus dem Bücherregal und tatsächlich, das Cover dieses Buches, das Kurt Cobain in einer seltsamen Stellung zeigt und das Foto von Amanz Gressly ähneln sich frappant. (Das Buch aus dem Jahr 1994, vergilbt und nach Estrich riechend, zeigt vor allem Fotografien von Oscar Petersen der frühen Seattleszene. Also, Nirvana, Pearl Jam, The Melvins, to name a few). Ich vermute mal schwer, dass dies kein Zufall ist, denn beim Hören, und darum geht es ja schliesslich bei einer CD, bestätigt sich der Grunge-Verdacht. David Meier, Gitarrist und Leadsänger schüttelt gekonnt Melodien à la Nirvana, Mudhoney oder Tool aus dem Ärmel. Aber, und das ist in diesem Genre mehr als nur mutig, die Texte sind uf Schwyzerdütsch. Es bedarf der Gewöhnung, doch sobald man sich auf diese eigenwillige Konstellation einlässt, findet man schnell Gefallen daran.

Während man sich im Englischen textlich hinter Plattitüden verstecken kann, müssen die Mundarttexte auch inhaltlich «verhäbe», sonst wirkt es schnell, na ja, lächerlich. Doch so sehr ich diese neue Musik nur loben möchte, es gibt auch ein grosses Aber. Durch die dumpfe Produktion versteht man die Texte nicht auf Anhieb. Die Produktion ist leider auch die Schwachstelle der CD, wenn zwar auch die einzige. Vielleicht wären sie zu Grunge-Zeiten anfangs der 90er damit durchgekommen, für die heutige Zeit klingt es etwas zu roh. Trotzdem, die Scheibe verspricht viel, und vor allem Live werden diese Krachgitarren sicher eine Freude bereiten. Ich bin gespannt wie es mit den Gresslys weiter geht und hoffe sehr schon jetzt auf eine weitere EP, wo sie etwas mehr Zeit und Geld investieren. Die Lieder und die Band hätten es jedenfalls verdient.

Die Facebook-Seite der Band findet man hier.
Die Website hier - und die CD gibts unter anderem hier zu kaufen.

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