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Ein Zuckerstück wird nie alt und unbekömmlich

Seit über 25 Jahren ist sie die «Queen of Sax»; am Donnerstag war Candy Dulfer zu Besuch in Solothurn. Und spielte wie ehedem. Findet zumindest der, vielleicht leicht verblendete, zmitz-Blogger Fabian Gressly.

Kennt Ihr das? Da begegnet man nach vielen, vielen Jahren wieder seiner Jugendliebe (über sie wurde an dieser Stelle auch schon geschrieben: nämlich hier). Man hat lange nichts mehr von ihr gehört, weiss nicht so recht, was sie getan hat. Und nun steht sie da, aus dem Nichts. Und sieht aus wie damals. Hübsch zurechtgemacht mit einer Garderobe, die sie schon damals hätte getragen haben können: schwarz-weiss gestreifte Bluse, weisser Lack-Mini, dicker Armreif... Aber die Kleider sind natürlich brandneu. Man ist älter geworden, hat sich in diesen zwölf Jahren seit der lezten Begegnung verändert, weiss aber nicht so genau, wie. Und irgendwie, denkt man, ist man ja auch gleich geblieben.

All das juckt mir in einem Sekundenbruchteil durch den Kopf, als im «Kofmehl» um punkt 20 Uhr das Saallicht ausgeht, Keyboarder James Howard sie ankündigt und Candy Dulfer dann wie aus dem Nichts vor mir steht. Wie aus dem Nichts, weil die «Kofmehl»-Bühne kleiner ist als jede am Jazzfestival Montreux zum Beispiel. Und der Gang vors Mikro kürzer ist. Wie gewohnt, geht schon zu Beginn ziemlich die Post ab, die achtköpfige Band, von der wohl nur die Lead-Saxophonistin und Gitarrist Ulco Bed seit jeher dabei sind, fetzt mit ordentlich Funk los, Stücke ihrer neuen CD, die demnächst herauskommen wird. Die Stammhörer holt sie nach ein paar Minuten mit ihrem Durchbruchs-Hit «Lily was here» ab, später folgen «Sax-a-go-go» und «Pick up the Pieces» mit einem ordentlichen Solo von Ulco Bed. Ohnehin lässt Candy Dulfer bei aller Bühnenpräsenz, wenn sie vorne am Mikro steht, auch ihren Mitmusikern Raum. Allen voran dem gewichtigen Überraschungsmann James Howard, der sowohl funky als auch bei R’n’B die ausverkaufte Halle mitreisst.

Die neuen Lieder – «Together», «D.I.S.C.O.», «Promises» usw. – , sie kommen etwas anders daher, als man es von der inzwischen 46-jährigen Holländerin gewohnt ist. Noch immer Funk, aber etwas mehr «Brand New Heavies», zuweilen mehr Dancemusic und nach «Madison Park» klingend. – Eben. Man hat sich in diesen vergangenen Jahren verändert. Aber auch ich habe mich verändert – und meine musikalischen Präferenzen. Die neue Candy-CD «Promises» klingt vielversprechend. Ich bin auf sie gespannt.

Gross geworden ist Candy Dulfer nicht nur mit «Lily», das Dave Stewart für sie geschrieben hatte, sondern mit dem genau vor einer Woche verstorbenen Funk-Gott Prince. Ihm gewidmet ist dann auch die letzte Viertelstunde des Konzerts. Ohne grosse Lobhudelei und Trauer, sondern so, wie er es sich vielleicht am liebsten gewünscht hätte: Mit Musik und ordentlich «Rums»! Ein wildes Gefunke, das mit «Cool» von Prince beginnt und mit seinem «Girls and Boys» endet.

 

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