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Nuggi, Kontrabass und Elefanten

Die Ausschreibung zum 1. Bébékonzert im Stadttheater Solothurn (TOBS) hat mich neugierig gemacht. Meinen die das ernst? Da werden doch kaum Babys, sondern wie bei anderen Kinderkonzerten Kindergarten- und Schulkinder auftauchen.

Schon beim Eintreffen im TOBS werde ich eines anderen belehrt: Kinder in Tragetüchern, mit Nuggis im Mund oder Schoppen in der Hand begegnen mir. Das Konzert findet ganz oben im Theater im Studio Arici statt. Diesen Raum kenne ich noch nicht. Holzstühle und Yogamatten warten auf die neugierigen Kleinkinder in Begleitung ihrer Eltern und zu einem ganz grossen Teil auch von ihren Grosseltern. «Anstatt Bébé-, könnte man es Generationenkonzert nennen», geht mir durch den Kopf.

Begrüsst werden wir von der Erzählerin Susannah Haberfeld, die mit einem Turban geschmückt auf die Kinder Eindruck macht. Sie wirbelt hin und her, organisierte Stühle, bittet die Musiker die Instrumente anders hinzustellen und gibt zu verstehen: Mit so vielen Menschen hatte man nicht gerechnet. Der Raum platzt fast aus allen Nähten. Ein schönes Bild.

Sobald jeder ein Plätzchen gefunden, stellt die Erzählerin die Musiker vor: Den Pianisten Francesco Addabbo, die Violinistin Erzsébet Barnácz sowie am Kontrabass Witold Moniewski. Sie erzählt von grossen und kleinen Tieren, präsentiert die Instrumente und führt so die Zuhörer an das Programm heran. Die Kinder werden viel mit einbezogen. Bei Niccolò Paganinis «Caprice Nr. 13 für Violine» lachen sie laut mit den Klängen der Violine mit. Bei François Schuberts «L’Abeille für Violine und Piano» summen die Kinder durch den Raum. Und bei Camille Saint-Saëns' «L'Eléphant für Kontrabass und Piano» stampfen sie über Yogamatten und Trinkflaschen hinweg. Die Stimmung ist relaxt. Es stört nicht, wenn ein Kind weint, es schüttelt niemand den Kopf, als ein Mädchen aufsteht und durch den Saal geht um mit grossen Augen vor dem Kontrabass stehen zu bleiben. Es stört erst, wenn ein Kind nur noch rumrennt. Da wünscht man sich dann doch, dass auch die Begleitperson merkt, dass dieses Kind lieber auf einem Spielplatz, als an einem klassischen Konzert wäre.

Nach rund 45 Minuten beginnt es allgemein unruhig zu werden. Die Erzählerin reagiert rasch und leitete den Schlussteil des Konzertes ein. Nach einem letzten Einsatz der Musiker, die sich absolut professionell nicht aus dem Konzept bringen lassen, werden die Kinder mit einem Sirüpli verabschiedet. Beim Rausspazieren kriege ich mit, wie die Verantwortlichen vom TOBS bereits überlegen, wie und wo man das nächste Bébékonzert abhalten könnte, eventuell im Foyer, höre ich noch. Wir werden es im Mai sehen.

Infos zum nächsten Bébékonzert findet man hier.

 

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